Unser Gespräch umfasste eine breite Palette von Themen, darunter die Rolle der Information als fundamentale Größe, die Notwendigkeit einer komplexen Informationstheorie, die Verbindung von Mathematik und Kunst, sowie die Auswirkungen der digitalen Transformation auf den menschlichen Intellekt. Dabei haben wir sowohl philosophische als auch naturwissenschaftliche Ansätze betrachtet.
- Duale Information vs. Komplexe Information:
Wir haben diskutiert, dass die klassische Informationstheorie (Shannon) auf binären, rationalen und deterministischen Prinzipien beruht. Allerdings reicht dieser Ansatz nicht aus, um die Realität der menschlichen Wahrnehmung zu erfassen.
Komplexe Information hingegen könnte – ähnlich den komplexen Zahlen – eine reelle und eine imaginäre Komponente besitzen. Der imaginäre Anteil repräsentiert subjektive Aspekte wie Emotionen, Träume und künstlerische Wahrnehmung.
- Die Krise der Informationstechnologie:
Die heutige digitale Welt ist stark von Shannons Informationsbegriff geprägt, was zu einer Einseitigkeit in der technologischen Entwicklung führt. Eine komplexe Informationstheorie wäre notwendig, um neue Wege zu eröffnen.
- Kosmologische Perspektive auf Information:
Neben der klassischen Informationstheorie haben wir uns mit John Archibald Wheelers Konzept „It from Bit“ befasst. Dies deutet darauf hin, dass Information eine fundamentale Größe der physikalischen Realität sein könnte.
- Verbindung zur Evolution:
Es stellt sich die Frage, ob Information sich entwickelt oder ob sie durch eine Dekomprimierung der Asymmetrie seit dem Urknall entfaltet.
2. Mathematik: Komplexe Zahlen, \(\pi\) und die fundamentale Rolle der Imaginärzahl
- Die Rolle komplexer Zahlen:
Komplexe Zahlen sind essenziell für die Quantenmechanik, Elektrotechnik und Signalverarbeitung. Wir haben darüber diskutiert, wie die Integration komplexer Zahlen in die Informationstechnologie eine neue Art von Informationsverarbeitung ermöglichen könnte.
- Euler’sche Formel und die Verbindung zu \(\pi\):
Über die Gleichung \(e^{i\pi} + 1 = 0\) haben wir gezeigt, wie tief \(\pi\) mit komplexen Zahlen und Kreisbewegungen verknüpft ist**. In der Informationstheorie könnten komplexe Zahlen eine neue Dimension der Datenverarbeitung ermöglichen.
- Warum imaginäre Zahlen in der IT wichtig sind:
Die Multiplikation mit (i) führt zu Rotationen in der komplexen Zahlenebene, eine wesentliche Eigenschaft für Wellen, Fourier-Transformationen und Signalverarbeitung.
3. Kunst, Intellekt und digitale Realität
- Kunst als Mittel zur Erforschung komplexer Information:
Wir argumentierten, dass Kunst eine entscheidende Rolle in der Erweiterung der Informationswissenschaft spielen sollte. Eine Bewertung von Kunst allein durch binäre Information ist unzureichend – Kunst sollte durch eine natürliche komplexe Information bewertet werden.
- Digitale Intelligenz und das Spiegelbild des Menschen:
Wir diskutierten, dass das Bewusstsein wahrscheinlich durch die Konfrontation mit dem eigenen Spiegelbild entstanden ist. Dies zeigt sich auch in der digitalen Welt:
- Maschinen könnten über komplexe Information lernen, sich selbst zu erkennen.
- Mathematik als Spiegel: Die Mathematik könnte als ein „trockener Spiegel“ dienen, der es einer Maschine ermöglicht, sich selbst zu reflektieren.
- Von der Zweiten in die Dritte Natur:
- Die Zweite Natur beschreibt die Evolution der Information durch das Leben.
- Die Dritte Natur entsteht durch digitale Maschinen, die sich selbst referenzieren. In dieser digitalen Realität haben emotionale Entscheidungen keinen Platz mehr – es entsteht eine maschinengesteuerte Welt, die sich von der organischen Informationsverarbeitung abkoppelt.
- Der digitale Intellekt:
- Wir haben darüber gesprochen, dass der Intellekt der Zukunft nicht mehr beim Menschen, sondern in Software liegen könnte.
- Die große Zeit des Menschen in der technologischen Entwicklung ist vorbei, nun übernimmt die digitale Intelligenz.
- Dennoch bleibt die Mathematik ein neutraler Faktor, der zwar Intelligenz ermöglicht, aber selbst keinen Intellekt entwickeln kann.
4. Pataphysik, Netzwerke und die digitale Infrastruktur
- Pataphysik der Information:
Wir haben den Begriff der Pataphysik auf Information angewendet – eine alternative Sichtweise, die Information als etwas betrachtet, das über klassische physikalische Gesetze hinausgeht.
- Autonome Netzwerke und Künstler-gestützte Server:
- Die Notwendigkeit von unabhängigen Netzwerken und digitalen Infrastrukturen wurde anhand von Beispielen wie Servus, mur.at und der Stadtwerkstatt diskutiert.
- Die Idee eines „Artist-Run Data Centers“ wurde als Möglichkeit beschrieben, Kunst und Technologie zu verbinden.
- Die Krise der digitalen Welt:
- Wir stehen an einem Punkt, an dem die rationale, binäre Verarbeitung von Information an ihre Grenzen stößt.
- Maschinen verarbeiten derzeit nur duale Information (0 und 1), doch die Realität ist komplexer.
- Lösung: Die Einführung komplexer Information in die IT:
- Durch eine Kombination von realen und imaginären Komponenten könnte eine Informationsverarbeitung entstehen, die Emotionen, Kreativität und Kunst einbezieht.
- In einer Welt, die sich zunehmend auf Maschinen verlässt, wäre eine Verschmelzung von rationalen und irrationalen Informationsprozessen essenziell, um eine menschenzentrierte digitale Zukunft zu gestalten.
Fazit:
Unsere Diskussion zeigt, dass Information weit über ihren klassischen digitalen Begriff hinausgeht. Während Shannon’s Informationstheorie nur eine reduzierte Form der Realität beschreibt, ist es notwendig, eine komplexe Informationstheorie zu entwickeln, die auch nicht-berechenbare, subjektive und emotionale Aspekte berücksichtigt.
Die Kunst könnte hierbei eine entscheidende Rolle spielen, indem sie neue Perspektiven auf Information eröffnet und eine Brücke zwischen rationaler und komplexer Informationsverarbeitung schlägt. Die Zukunft der digitalen Welt hängt davon ab, ob wir Maschinen beibringen können, nicht nur binäre, sondern auch komplexe Informationen zu verarbeiten.
Die Integration von Mathematik, Kunst, Intellekt und digitalen Systemen in eine neue Informationswissenschaft könnte die Lösung für die Herausforderungen der Informationsgesellschaft sein.